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Nordrhein-Westfalen

Inhalt:

Adresse

An der Rheinischen Straße, 45881 Gelsenkirchen

Größe / Eigentümer der Fläche

ca. 12,0 ha / aurelis Real Estate GmbH & Co. KG und Spedition Burgmer

Fragestellung

Trotz einer insgesamt schrumpfenden Einwohnerzahl besteht die mittelfristige Nachfrage an innenstadtnahen, familienfreundlichem Wohnen. Der ehemalige Güterbahnhof ist kein im Bewusstsein der Bevölkerung (positiv) verankerter Ort, was insbesondere an der jahrelangen Brache und an den vorhandenen Altlasten liegt.

Strategisches Entwicklungspotential

Impuls für die Entwicklung eines neuen Wohngebietes, Platzhalterfunktion / temporäre Aufwertung und Nutzbarmachung von Flächen, deren Bebauung nicht unmittelbar bevorsteht, positive Imagebildung für einen bisher eher negativ konnotierten Ort

Flächentyp

Bahnbrache

Zwischennutzung

Grünfläche / Sport- und Spielflächen / Grabeland / temporäre Architektur

Zeitliche Entwicklung

Juni 1991: Beschluss zur Aufstellung von Bebauungsplan Nr.299
Juni 1995: Bürgerbeteiligung und erste Formulierung von städtebaulichen Zielen
August 1999: geänderte Zielsetzungen führen zu neuen Planungsentwürfen
2003: Werkstattverfahren mehrerer beteiligter Büros
2004: Ratsbeschluss der Stadt Gelsenkirchen, seitdem Einflussnahme der Grundstückseigentümer
Antrag und Aufnahme ins Förderprogramm „Stadtumbau West“
2005: Einrichtung des Stadtumbaubüros
Auftaktevent: Pflanzen der Blumenschlange mit beteiligten Schulen
Aktion des Kunstvereins „Urbane Zäsuren - Kunst trifft Stadt“ auf der Fläche
Beantragung von Fördermitteln für den Grünzug im Programm ÖPEL
Januar 2006: Workshops zur Erarbeitung von Zwischennutzungen durch Anwohner und benachbarte Schulen
Planung durch Landschaftsarchitekten Sommer 2006: Sommerfest mit eingeladenen Künstlern und interessierten Sport- und Freizeitvereinen Januar 2007: Gestattungsvertrag zwischen der Stadt Gelsenkirchen und der aurelis GmbH zur Zwischennutzung einer Teilfläche von 6 ha
Herbst 2007: Herrichtung für die Zwischennutzung im südlichen Geländeteil, Beginn der Bauarbeiten des Grünzugs
Dezember 2007: Beginn der Bauarbeiten von Straße und Kanalisation
Die Rückgabe des Gebietes soll in 3 Abschnitten (2007/2010/2012) erfolgen. Im weiteren Verlauf wird der mittlere Abschnitt ausgebaut und zum Schluss das nördliche Gebiet, welches somit für Zwischennutzungen optimale Vorraussetzungen bietet.

Akteure

Stadt Gelsenkirchen, Stadtumbaubüro, aurelis Real Estate GmbH & Co. KG, Danielzik + Leuchter Landschaftsarchitekten benachbarte Schulen und Anwohner, private Kleingärtner, Initiative für behinderte Mädchen, diverse Künstler, Bouleverein

Rolle der Kommune

Kommune übernimmt Verkehrssicherungspflicht für den Flächenteil der Zwischennutzung
Koordination und Organisation durch das Stadtumbaubüro

Finanzierung

Es gibt keine Investitionen durch den Eigentümer, lediglich eine Beteiligung an den Unterhaltungskosten. Die Finanzierung erfolgt durch das „Stadtumbau West“ sowie ÖPEL (Ökologieprogramm Emscher-Lippe) für die Teilfläche des Grünzugs. Die Fördersumme beläuft sich mit ca. 4 EUR/qm auf insgesamt 250.000 Euro.

Vertragsform / Rechtlicher Rahmen

Gestattungsvertrag für Zwischennutzung zwischen den Eigentümern aurelis und der Stadt Gelsenkirchen. Seitens der Eigentümer besteht die Möglichkeit der Sonderkündigung der einzelnen Entwicklungabschnitte bei anteiliger Rückzahlung der Fördermittel.

Räumliche Interventionen

Der Planungsprozess der Zwischennutzung wurde bereits von verschiedenen „Events“ begleitet. Für Schulen aus dem Stadtteil und ihnen kooperierende Künstler ist das Gelände Gegenstand verschiedener Projekte: Beteiligung an der Aktion „Blumenschlange“, Sammlung von Altmetall zur Herstellung von Skulpturen im Kunstunterricht, Fotogruppen, Tanztheater und Weidenhüttenbau.
Auf Grund der Altlasten im Bereich des ehemaligen Schrottplatzes wird der vorhandene Boden mit einem Vlies und 15 cm Oberboden überdeckt.
Entlang des Gleises wird ein Grünzug mit einem Weg angelegt, der die Innenstadt mit Schalke verbindet. Da das Gleis noch in Betrieb ist, muss als Bestandteil der dauerhaften Nutzung zusätzlich ein Zaun gebaut werden. Angrenzend entstehen ein Kinderspielplatz und mehrere Sportfelder (Volleyball, Fussball, Boule-Flächen), sowie eine Hundauslaufzone, da in restlichem Gebiet Hunde an die Leine genommen werden müssen. Bei einer alte Halle im nördlichem Abschnitt werden die Wände herausgenommen, so dass ein Unterstand und Raum für einen Kiosk entsteht. Die ehemaligen Kleingärten werden zeitlich befristet von verschiedenen Gruppen genutzt, die eine soziale Kontrolle erzeugen. Dazu gehören ein Garten für behinderte Mädchen, ein Kinder- und Jugendprojekt, und ein Garten, den sich 3 Familien verschiedener Nationalitäten teilen.

Hemmnisse

Es befinden sich Altlasten im Bereich des ehemaligen Schrottplatzes.
Das verbleibende Gleis wird weiterhin genutzt, daher müssen Verkehrssicherungsmassnahmen getroffen werden. Für die Zwischennutzung ist ein Bauantrag wegen Nutzungsänderung auf Grund eines bestehenden Babauungsplans notwendig geworden.
Eventuell entstehende Mehrkosten und Abriss derwährend der Zwischennutzung entstandenen Einrichtungen müssen durch die Stadt finanziert werden.
Die Verhandlungen mit der aurelis zum Abschluss des Gestattungsvertrags waren sehr langwierig.
Die Vorbereitungen zur vergabe an das Beschäftigungsprojekt waren sehr aufwendig.

Weiteres

Stadt Gelsenkirchen kooperiert mit einem Beschäftigungsträger (GaföG Beschäftigungsgesellschaft zur Wiedereingliederung von Arbeitlosen), der die Bauarbeiten durchführt.
Der sehr dicht aufgestellte Bebauungsplan enthält nur wenig öffentliches Grün und keine soziale Infrastruktur.

Quellen

www.am-stadtgarten-gelsenkirchen.de
http://stadtplanung.gelsenkirchen.de
Bebauungsplan Nr.299 der Stadt Gelsenkirchen
www.kunstverein-gelsenkirchen.de
Stadtumbaubüro Gelsenkirchen

Bildnachweis

Danielzik + Leuchter Landschaftsarchitekten (Planzeichnungen, Fotos)
googlemaps.de (Luftbild)
Jan Hohlfeld (Foto Beachvolleyball)

Partnerkommune

Stadt Gelsenkirchen
www.gelsenkirchen.de

Partnersteckbrief

Flächentyp: Bahnbrache Lage: Innenstadtnah Größe: Gesamtfläche 12 Hektar Strategisches Entwicklungspotential: Impuls Strategisches Entwicklungspotential: Verbindung Zwischennutzung: Grün Zwischennutzung: Spiel Zwischennutzung: Sport

Situation

  • LageplLagepl
  • Foto der BracheFoto der Brache

Kontakt / Ansprechpartner

Stadtumbaubüro
Birgit Wend
Bahnhofstraße 26
45879 Gelsenkirchen
Telefon: 0209/9256455
Fax: 0209/9256457